Kinesiologisches Taping beim Pferd – sanfte Unterstützung für Muskeln und Gewebe
- Sarah Pfaffenbach

- 16. März
- 3 Min. Lesezeit

In den letzten Jahren hat sich das kinesiologische Taping auch in der Pferdetherapie immer mehr etabliert. Viele Pferdebesitzer kennen die bunten elastischen Tapes bereits aus der Humanphysiotherapie oder aus dem Sportbereich. Doch wie funktioniert diese Methode eigentlich beim Pferd, und wann kann sie sinnvoll eingesetzt werden?
Dieser Artikel gibt einen Überblick über Wirkungsweise, Einsatzmöglichkeiten und wichtige Voraussetzungen des kinesiologischen Tapings beim Pferd.
Was ist kinesiologisches Taping?
Kinesiologisches Taping ist eine Therapieform aus der Physiotherapie. Dabei werden elastische Baumwolltapes mit hautfreundlichem Kleber auf die Haut aufgebracht, um bestimmte Strukturen im Körper zu unterstützen.
Im Gegensatz zu klassischen Sporttapes schränken kinesiologische Tapes die Bewegung nicht ein. Stattdessen sollen sie die natürlichen Bewegungsabläufe unterstützen und gleichzeitig Heilungsprozesse im Körper fördern.
Beim Pferd wird diese Methode vor allem einge
setzt, um:
die Muskulatur zu unterstützen
den Lymphfluss anzuregen
Verspannungen zu lösen
die Durchblutung zu verbessern
die Regeneration nach Belastung zu fördern
Wie wirkt das Tape?
Die Wirkung des kinesiologischen Tapes entsteht durch den mechanischen Reiz auf die Haut und das darunterliegende Gewebe.
Durch das elastische Material hebt das Tape die Haut minimal an. Dadurch können:
Druck auf darunterliegende Strukturen reduziert werden
Durchblutung und Stoffwechsel verbessert werden
Lymphfluss angeregt werden
Schmerzrezeptoren beeinflusst werden
Das Tape wirkt also nicht direkt auf den Muskel, sondern über Rezeptoren in Haut, Faszien und Bindegewebe. Diese Reize werden über das Nervensystem weitergeleitet und können die Muskelspannung positiv beeinflussen.

Welche Strukturen werden beeinflusst?
Beim kinesiologischen Taping spielen mehrere Gewebearten eine wichtige Rolle:
Haut – enthält viele Rezeptoren, die auf Druck und Zug reagieren
Faszien – bindegewebige Strukturen, die Muskeln umhüllen und miteinander verbinden
Muskulatur – kann durch die Reize aktiviert oder entlastet werden
Lymphsystem – unterstützt den Abtransport von Gewebeflüssigkeit
Gerade im Zusammenspiel dieser Strukturen kann das Tape eine unterstützende Wirkung entfalten.
Wann kann Taping beim Pferd sinnvoll sein?
Kinesiologisches Taping wird häufig begleitend zu physiotherapeutischen oder osteopathischen Behandlungen eingesetzt.
Typische Einsatzbereiche sind zum Beispiel:
Muskelverspannungen
Überlastung der Muskulatur
Unterstützung der Rückenmuskulatur
Förderung der Regeneration nach Training oder Turnier
Unterstützung bei Schwellungen oder Lymphstau
Stabilisierung bestimmter Körperbereiche
Wichtig ist jedoch: Taping ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung, sondern dient als ergänzende Maßnahme.
Wann sollte nicht getapet werden?
Es gibt auch Situationen, in denen auf das Tapen verzichtet werden sollte. Dazu gehören beispielsweise:
offene Wunden
Hauterkrankungen oder Hautreizungen
akute Entzündungen
bekannte Allergien gegen Klebematerial
ungeklärte Lahmheiten
Im Zweifel sollte immer zuerst eine tierärztliche Abklärung erfolgen.
Spielen die Farben der Tapes eine Rolle?
Viele Menschen fragen sich, ob die Farbe des Tapes eine bestimmte Wirkung hat. Wissenschaftlich betrachtet hat die Farbe keinen Einfluss auf die physiologische Wirkung des Tapes.
Die verschiedenen Farben werden häufig aus praktischen oder persönlichen Gründen gewählt – etwa aus ästhetischen Gründen oder nach individuellen Vorlieben.
Vorbereitung ist entscheidend
Damit ein Tape gut hält und seine Wirkung entfalten kann, ist eine sorgfältige Vorbereitung wichtig.
Vor dem Anbringen sollte:
das Fell sauber und trocken sein
möglichst kein Fett oder Schmutz auf der Haut sein
das Tape passend zugeschnitten werden
die Ecken des Tapes abgerundet werden, damit es besser hält
Auch die richtige Spannung und die Anlegerichtung spielen eine wichtige Rolle für die gewünschte Wirkung.
Fazit
Kinesiologisches Taping kann beim Pferd eine sanfte und effektive Unterstützung für Muskeln, Faszien und Lymphsystem sein. Richtig angewendet kann es helfen, Verspannungen zu lösen, die Regeneration zu fördern und physiotherapeutische Behandlungen zu ergänzen.
Entscheidend für den Erfolg sind jedoch fundierte Kenntnisse der Anatomie des Pferdes sowie eine korrekte Anlagetechnik. Daher sollte das Tapen idealerweise von geschulten Therapeuten durchgeführt oder angeleitet werden.
Als ergänzende Methode kann das kinesiologische Taping einen wertvollen Beitrag zur Gesunderhaltung und zum Wohlbefinden des Pferdes leisten.




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